Geschichte

1980 wurde von wirtschaftskritischen, umwelt- und verkehrsbewussten Studierenden die Fahrradwerkstatt für Selbstreparatur in Kellerräumen der FABRIK für Handwerk, Kultur und Ökologie gegründet. Die InitiatorInnen setzten ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft und den ökologischen Raubbau im Wirtschaftswunderland Deutschland. Anfänglich war die Fahrradwerkstatt an zwei Nachmittagen in der Woche geöffnet. Seit Mitte der achziger Jahre fanden sich MitarbeiterInnen, die für tägliche Öffnungszeiten und eine Vergrößerung der Werkstatträume sorgten. Nun wurde auch ein kleines Sortiment von Ersatzteilen auf Lager gelegt. Die Gebühren für die Werkstattnutzung sowie der kleine Umsatz durch Alt- und Neuteile ermöglichten erste bescheidene Aufwandsentschädigungen für das Werkstattteam. Besucher waren überwiegend StudentInnen, die ihr Fahrrad preiswert reparieren wollten. Zunehmend wurden auch Reparaturaufträge durchgeführt, so dass Nebentätigkeiten für den persönlichen Lebensunterhalt der GesellschafterInnen außerhalb der Werkstatt nicht mehr kontinuierlich notwendig waren. Mit weiteren Werkstattvergrößerungen konnte auch das Ersatzteillager und -angebot erweitert werden. 1998 entschloss sich das Werkstattteam, im Rahmen des Umbaus und der Sanierung der Hofgebäude der Fabrik, einen 55 m² großen, ebenerdigen Verkaufsraum mit Anschluss an die Kellerwerkstatt (100 m²) hinzuzunehmen.

Im Frühjahr 1999 entschied sich das Team, im Freiburger Modellprojekt der Fahrradstation und Mobilitätszentrale "Mobile" Räume anzumieten und einen zweiten Laden in der Freiburger Innenstadt zu eröffnen: Die Radgeber. Die Zahl der Dauerbeschäftigten wuchs mit diesem Schritt auf acht Personen inklusive einer Auszubildenden. Das Sortiment konnte auf eine große Palette an Alltags- und Reiserädern, Fahrradbekleidung und ständig aktualisierten Ersatzteilen ausgeweitet werden. 2001 wurde der Neurradverkauf in der Fahrradwerkstatt auf eine kleine Auswahl an Kinderrädern und spezielle Eigenaufbauprojekte reduziert. Den Schwerpunkt dort bilden nun die alte aber immer noch außergewöhnliche Grundideen der Fahrradwerkstatt: das Fahrradrecycling und die Selbsthilfewerkstatt.

Im Januar 2002 nahm die seit langem reifende Idee eines Spezialradladens für Tandems Gestalt an und schon im April des selben Jahres wurde der Tandemladen in der Schwarzwaldstraße eröffnet: Dort fanden Interessierte ein breites Modellangebot an Tandems. Im Rahmen der Renovierungs- und Einrichtungsarbeiten im Tandemladen wurde der Begriff des "Ausstellungsraumes" mal wörtlich genommen. Klaus Wörner stellte hier längere Zeit seine Kunstwerke aus.

Anfang 2006 wurde dann alles anders: Wir hatte bereits im Sommer zuvor beschlossen, das "mobile" zu verlassen und uns nach geeigneteren Räumen umzusehen. Fündig wurden wir in der Spechtpassage, also etwa 150m vom alten Laden im "mobile" entfernt. Dort wurde derzeit das Torhaus zur Bahnhofsachse neu gebaut und zwei schöne Räume waren zu vermieten. Das Umfeld und die Lage passt unserer Meinung nach gut zu uns, die Räume sind groß genug für Neuradladen, Werkstatt und Tandemladen - gesagt getan. Anfang des Jahres 2006 begannen der Umzug und die Einrichtungsarbeiten im neuen Laden. Am 28. Januar feierten wir eine sehr nette Eröffnungsparty im Jos Fritz-Cafe. In der Fahrradwerkstatt werden jetzt nur noch Gebrauchträder verkauft und manchmal Einzelstücke.

Seitdem findet ihr unsere neuen Fahrräder (die Radgeber)und unsere Tandems (der Tandemladen) in der Schnewlinstr. 5 zwischen Jazzhaus und Crash. Die ersten beiden Jahre haben gezeigt, dass der Weggang aus dem "Mobile" richtig war. Wir sind deutlich glücklicher in der Schnewlinstraße sowohl mit der Lage, als auch mit dem Vermieter und den Nachbarn und unsere Kunden gehen dort auch sehr gerne hin.

Im Februar 2009 bezogen wir in der Spechtpassage unsere neue Werkstatt, so bekamen die Tandems und die Sporträder mehr Platz in der Ausstellung.